Sportentwicklungsplanung in Kassel

Zusätzliche Flächen für Sport und Bewegung, mehr Flexibilität bei der Nutzung von Sporthallen, eine stärkere Kooperation von Sportvereinen untereinander und mit Schulen sowie umfassende öffentliche Informationen über Sport- und Bewegungsmöglichkeiten – diese Prioritäten sehen Interessenvertreter aus Sport, Vereinen und Verbänden, Schulen und Kindertagesstätten für die Förderung des Sports in der Stadt Kassel. Das ist das Ergebnis eines mehrmonatigen Prozesses unter Einbeziehung zahlreicher Fachleute und Sporttreibender, als dessen Ergebnis nun der erste Sportentwicklungsplan der Stadt Kassel erstellt wurde.

„Kassel ist eine sport- und bewegungsfreundliche Stadt“, erklärt Bürgermeister und Sportdezernent Jürgen Kaiser. „Wir machen bereits viel, damit die Menschen in Kassel durch Sport oder andere Bewegungsaktivitäten etwas für ihre Gesundheit und Erholung tuen können.“ In Kassel gibt es mehr als 200 Sportanlagen – vom Gymnastikraum, über Tennis- und Fußballkleinspielfeld bis hin zum Hallenbad und Dreifelder-Sporthallen. Etwa 180 Sportvereine gibt es in der Stadt.

„Während andere deutsche Städte für die Hallennutzung Gebühren von den Vereinen erheben, ist die Nutzung städtischer Sporthallen in Kassel für die Vereine kostenlos“, erklärt Sportdezernent Kaiser. Die Stadt fördere Sportvereine darüber hinaus zum Beispiel durch Zuschüsse in Höhe von zwölf Euro pro Jahr und Kind, das Vereinsmitglied ist. „Auch das ist in anderen Städte alles andere als üblich“, erklärt Kaiser.

Mit dem erstmals in Kassel erstellten Sportentwicklungsplan würden jetzt die Weichen für die Zukunft des Sports in Kassel gestellt. Bereits während der Sportentwicklungsplan erarbeitet wurde, habe die Stadt auf erste Ergebnisse aus der Diskussion reagiert. Eine große Priorität hat nach Ansicht der Interessenvertreter aus dem Sport, neue Räume für Sport- und Bewegungsangebote zu schaffen, beziehungsweise die vorhandenen Hallenzeiten besser zu nutzen. „Unser Sportamt hat bereits einen transparenten Hallenbelegungsplan ins Internet gestellt“, erklärt Kaiser. So könne jeder Verein sehen, wann in welcher Sporthalle Zeiten frei sind, um dann dort ein Sportangebot zu organisieren.

Um die Hallennutzung weiter zu optimieren und Leerstände zu minimieren, kontrolliert das Sportamt seit einigen Monaten, ob die Hallenzeiten von den Vereinen und Schulen tatsächlich so genutzt werden, wie dies die Regeln – etwa zur Mindesteilnehmerzahl – vorsehen. „Ist dies nicht der Fall, suchen wir das Gespräch mit den Nutzern“, erläutert Dr. Andrea Fröhlich, Leiterin des städtischen Sportamtes. Sollte die Hallenzeit regelmäßig nicht ausreichend genutzt werden, werde sie einer anderen Sportgruppe mit mehr Teilnehmern zur Verfügung gestellt, erklärt Dr. Fröhlich – und ergänzt: „Dies war ein ausdrücklicher Wunsch der Sportvereine selbst.“

Neben der Optimierung der Hallennutzung geht es künftig auch darum, neue Räume für Sport und Bewegung zu erschließen, sagt Sportamtsleiterin Fröhlich. Denkbar sei zum Beispiel, dass ein Yoga-Kurs im Bewegungsraum einer Kindertagesstätte stattfinde oder in einem Raum einer Kirchengemeinde. Dadurch könnten Zeiten in Sporthallen frei und von Sportvereine genutzt werden, die mehr Platz brauchen. Erste Möglichkeiten dieser Art wurden bereits realisiert.

Auch außerhalb von Sporthallen und -anlagen sollen neue Möglichkeiten für Sport und Bewegung geschaffen werden. Fröhlich: „Viele Menschen wollen sich im Freien bewegen.“ Konkret geplant sei, in Rothenditmold eine 3D-Bewegungslandschaft zu realisieren. Diese, oder auch zum Beispiel ein Discgolf-Parcours sollten von Vereinen betreut werden. Vereinsmitglieder würden zu bestimmten Zeiten vor Ort sein und erklären, wie die Sportart oder die aufgebauten Bewegungsgeräte funktionieren.

Ein weiteres Ergebnis der Sportentwicklungsplanung ist, dass im Sportbereich künftig mehr als heute üblich kooperiert werden muss: untereinander zwischen verschiedenen Sportvereinen, aber auch zwischen Vereinen und Schulen. „Viele unserer Sportvereine verfügen über eine langjährige Tradition und gewachsenen Strukturen“, stellt Sportdezernent Kaiser fest. „Doch gerade um unsere traditionellen Vereine zu erhalten, müssen diese ihre Zukunft aktiv gestalten und auch neue Wege gehen.“

Um zukunftsweisende Strukturen im Sport zu fördern, sollen unter anderem die Sportförderrichtlinien der Stadt überarbeitet werden. Geprüft werden soll, ob die Stadt zum Beispiel mit Zuschüssen fördert, wenn mehrere Vereine eine gemeinsame Geschäftsstelle unterhalten. „Wir werden auch prüfen, ob und wenn ja wie die Stadt einen hauptamtlichen Übungsleiter qualifizieren kann“, erklärt Sportamtsleiterin Fröhlich. Dieser könne Vereine darin unterstützen, die Kooperation mit Schulen auszubauen. Auch sollen gute Beispiele für Vereinskooperationen im Internet-Sportportal der Stadt veröffentlicht werden.

Das Sportportal ist geöffnet unter www.sport-in-kassel.de. Dieses Informationsplattform war ebenfalls eine Anregung, die während des Arbeitsprozesses zur Sportentwicklungsplanung geäußert wurde. Auch hat die Stadt bereits im November 2012 einen Sport-Stadtplan herausgegeben. In dem kleinen Faltplan sind alle Sportstätten in Kassel aufgeführt.

(Presse der Stadt Kassel)

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9. Mai 2013

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