Der Kasseler Weinberg und seine wechselvolle Geschichte wecken bei den Bürgern der Stadt Emotionen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Einerseits steht er für Natur in der Stadt, schwärmerische Romantik und Gärten für die Bürger. Andererseits bauten die Stadtoberen ab 1941 umfangreiche Luftschutzbunker, wo die Freiluftgastronomie einst ihre Getränke lagerte. Viele Kasseler überlebten dort die Bomben des 2. Weltkriegs. Im Rahmen der Projekte zum Stadtjubiläum versucht eine zweiteilige Ausstellung mit umfangreichem Rahmenprogramm die Geschichte dieses Stadtareals darzustellen.
Der erste Teil der Ausstellung und das dazugehörige Begleitprogramm widmen sich im Mai der Entwicklung des Weinbergs vom Festungswall zum Weinanbau- und Gartengelände und neuem Baugebiet im Süden der Stadt. Das Programm startet mit der Eröffnung der Ausstellung „Der Weinberg“ am 2. Mai um 16 Uhr, in der Karl-Branner-Halle des Kasseler Rathauses. Ein umfangreiches Rahmenprogramm bietet in den folgenden vier Wochen Erkundungen, Spaziergänge, Führungen, Diavorträge und Filme zu einzelnen Aspekten der Weinberggeschichte. „Die Historie auf so vielfältige Weise darzustellen, ist ein anspruchsvolles Projekt des Stadtjubiläums, das durch den Ideengeber Heinz Körner systematisch aufgearbeitet wurde“, sagt Projektleiter Hans-Jochem Weikert.
Rund um den zweiten Teil der Ausstellung zum Themenschwerpunkt „Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau einer neuen Stadt“ wird es während des gesamten August zahlreiche Veranstaltung zu diesem historischen Kapitel des Weinbergs geben. Eröffnet wird dieser Teil der Ausstellung am 5. August, ebenfalls in der Karl-Branner-Halle.
Initiiert wurde das Projekt zum Stadtjubiläum Kassel 1100 von dem Hobbyhistoriker Heinz Körner, der dazu bereits in seinem Buch „Der historische Weinberg“ Dokumente und Zeitzeugenberichte veröffentlicht hat.
Programm:
2. Mai 2013, 16 Uhr, „Karl-Branner-Halle“ Ausstellungseröffnung: „Der Weinberg“, Jubiläumsprojekt „Der Weinberg“, Rathaus, Karl-Branner-Halle, 2. Stock, Seitentrakt, Führungen vom 3. bis 27. Mai montags, mittwochs und freitags von 14 bis 16 Uhr
Weitere Informationen unter: http://www.weinberggeschichte.de/1.html